Predigt der Vereinigten Pfingstgemeinde Mannheim
Monatsblatt - Predigtarchiv
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Predigt aus dem Monatsblatt vom Februar 2008

Folge den Pfosten

Sprüche 22,28 Verrücke nicht die uralten Grenzen, die deine Väter gesetzt haben.

Zwischen dem nordöstlichen Teil von Texas und dem südwestlichen Teil Neu-Mexikos gibt es ein großes Gebiet, das man den Llano Estacado nennt. Es ist eine sehr heiße und trockene Gegend mit nur wenig Wasser, die meisten Flüsse sind im Sommer ausgetrocknet. Von Osten nach Westen hat diese Gegend eine Breite von etwa 250 km, von Norden nach Süden eine Länge von 400 km. Es gibt viele kleine Büsche, kaum Gras, der Sand ist rötlich, einige kleine Hügel, vom Regen ausgehöhlte Schluchten, ansonsten ist es ein flaches Land. Im westlichen Teil fließt der Pecos River von Nord nach Süd durch das Gebiet. Es war der Traum der Pioniere im 18. Jhd., nach Westen zu ziehen, um dort ein neues Leben anzufangen. Kalifornien war ein Traum für sie, den sie verwirklicht sehen wollten. Sie hörten vom Gold, von fruchtbarem Boden und einem freien Land. Jede Sorte von Menschen machte sich auf den Weg, tausende und tausende.

Sie verließen alles was sie hatten und kauften sich Wagen, Zugtiere, Ochsen, Pferde und Waren, die sie für diesen Weg brauchten. Oft zogen ganze Gruppen direkt nach dem Winter nach Westen, um noch vor dem kommenden Winter dort zu sein. Die meisten zogen von St. Louis aus nach Westen. Einige nahmen die Nordroute, andere die südliche, von der wir hier reden. Von St. Louis ging es nach Oklahoma City, von dort 250 km weiter nach Westen, Richtung Amarillo. Es war hier, wo sie den Llano durchqueren mussten, ein über 250 km langer Weg durch trockenes, heißes Wüstengebiet.. Es war eine gefährliche Gegend, voller Schlangen und Skorpione, keine einfache Strecke, denn es gab keine Straße. Das Land war noch wild, die Spuren oft verweht und wenig Wasser für Mensch und Vieh. Viele dieser Trecks, die sich auf den Weg machten und versuchten, den Llano zu durchqueren, verloren die Richtung, und die Menschen und das Vieh verdursteten und starben.

Sie schafften es nie, aus diesem Gebiet herauszukommen. Es war eine Reise, die fast drei Wochen dauerte. So viele Leute starben und verloren ihren Weg, dass man begann, große Grenzpfosten und Markierungsposten in den Boden einzusetzen. Jetzt hatten es die Reisenden einfacher, das Gebiet zu durchqueren, ohne ihr Leben zu verlieren. Wegen der Pfosten, die man damals in den Boden trieb, nennt man dieses große Gebiet den „Llano Estacado“ oder „Staked Plains“, zu deutsch: die „Pfosten-Ebene“.

Es gab auch eine Zeit, in der Banditen diese Pfosten versetzten, um bestimmte Trecks in ein Gebiet zu locken, wo sie sich verirrten, und dort hat man sie dann überfallen und ausgeraubt.

So ähnlich ist es mit vielen Menschen heute. Am Anfang hören sie von Christus, vom Glauben an Gott, sie wollen sich ihm nähern, beten und sind auf der Suche. Sie lesen in der Bibel, aber auf einmal folgen sie nicht mehr der Schrift, sondern den Markierungen der Räuber, die Gottes Wort wegnehmen und die dafür Pfosten der Tradition eingesetzt haben. Sie glauben fest daran, dass sie auf dem richtigen Weg sind, denn sie sehen ja, dass viele andere auch den Pfosten folgen. Nur weil es viele Menschen sind, die denselben Weg gehen, heißt noch lange nicht, dass es auch der richtige Weg ist, denn am Ende werden sie ihres ewigen Lebens beraubt sein.

Sie sterben in der Wüste. Unser Land ist eine riesige geistliche Wüste, in der es wenig Wasser gibt. Folgen Sie dem Wort Gottes, suchen Sie sich eine Gemeinde, in der die ganze Wahrheit gepredigt wird, so wie es die „Urgemeinde“ tat. Nichts anderes wird Sie erlösen, nichts anderes wird Sie ans Ziel bringen. Folgen Sie ganz dem Wort Gottes, nicht den Menschentraditionen! Lassen Sie sich in Jesus Namen taufen und empfangen Sie den heiligen Geist. Leben Sie ein Leben in der Kraft Gottes, getrennt von Sünde und Weltlichkeit . rw

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