Predigt der Vereinigten Pfingstgemeinde Mannheim
Monatsblatt - Predigtarchiv
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Predigt aus dem Monatsblatt vom Mai 2005

Ein Erlebnis beim Besuch unserer Sonntagschulkinder
Billy und sein Bruder

Samstag morgens war ich wie immer unterwegs in meinem Gebiet im Armenviertel am Fluss in Oklahoma City, das wir "Sandtown" nannten, um die Kinder, die zu unserer Sonntagschule gehörten, zu besuchen. Ich ging an einem großen alten Wohnmobil vorbei, deren Besitzer neu zugezogen waren. Davor im Gras spielten 2 kleine Jungens. Sie kamen mit großen Augen neugierig auf mich zu.

Ihre Gesichter waren schmutzig und ihre Haare waren durcheinander. Der eine etwa 5 Jahre alt hieß Billy, der andere war sein kleiner Bruder etwa 4 Jahre alt; ich hatte sie sofort lieb. Ich redete mit den Eltern und den Kindern und am Schluss des Gespräch durften beide Kinder jeden Sonntag in unserer Sonntagschule zur Kinderstunde kommen. Ich war froh, der Herr hat uns wieder gesegnet und jetzt konnte ich sie mit unserem Gemeindebus abholen.

Wir hatten im Durchschnitt etwa 35 Kinder in diesem Bus. Es gab Zeiten, da brachten unsere drei Busse, die wir hatten, über 130 Kinder zur Sonntagschule und einige Erwachsenen.

Billy, der große Bruder nahm seinen kleinen Bruder immer bei der Hand und gab gut auf ihn Acht. Beide waren sie sehr gut erzogen, und benahmen sich vorbildlich, wie „ große Jungs“. Pünktlich jeden Sonntagsmorgen um 9.30 Uhr warteten sie schön herausgeputzt vor ihrem Wohnwagen auf meinen grün gemalten Gemeinde-Bus und stiegen voller Freude ein, denn es ging ja zur Sonntagschule und das war spannend.

Die Mutter sagte mir einmal, dass jedesmal wenn ihre beiden Jungs nach Hause kamen, erzählen sie alles, was sie in der Kinderschule von Jesus gelernt hatten. Ich besuchte sie jede Woche samstags und wollte sehen wie es ihnen geht. An einem Samstag sagte mir ihre Mutter, dass ihre beiden Kinder diesen Sonntag nicht kommen können, denn wir gehen alle Angeln und nehmen die Kinder mit.

Gut, ich verstand, verabschiedete mich von ihr und den 2 Kleinen und wünschte ihnen Erfolg beim Fischen und eine schöne Zeit. Eine Woche später am Samstagvormittag, besuchte ich sie wieder und fragte, ob die Kinder morgen kommen würden. Da kam die Mutter aus dem Haus heraus und antwortete mir: „Ja, sie kommen.“ Ich fragte die Mutter: „Und wie war ihr Picknik letzte Woche und das Angeln?“ Sie nahm tief Luft, lächelte dabei und seufzte: „Die ganze Angeltour letzten Sonntag war ein glatter Reinfall. Sie wären besser zur Sonntagschule gegangen und wir Zuhause geblieben“. Ich fragte: „Wieso?“ Sie anwortete: „Die Kinder haben den ganzen Tag immer wieder gefragt, wann dürfen wir endlich zur Sonntagschule gehen? Wann hören wir auf zu angeln? Gehen wir jetzt nach Hause? Sie gaben die ganze Zeit keine Ruhe.“

Die beiden Kleinen haben die Eltern so genervt, dass diese froh waren wieder sonntagsabends zuhause zu sein. Fische gab es leider keine wie geplant. Später fuhr auch die Mutter mit dem Bus zu den Gottesdiensten. rw

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