Predigt der Vereinigten Pfingstgemeinde Mannheim
Monatsblatt - Predigtarchiv
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DIE GRENZEN DER INTELLIGENZ UND WO WEISHEIT UND KLUGHEIT ANFÄNGT

Predigt aus dem Monatsblatt vom Januar 2004

Neben Reichtum zählt Intelligenz zu den meistbegehrten Attributen unserer westlichen Gesellschaft und gilt als ein Schlüssel zu einem erfolgreichen Leben. Wen wunderts, dass Brain Clubs wie Pilze aus dem Boden schießen und Bücher und Zeitschriften mit diesem Thema den Markt überschwemmen? Man versucht die Intelligenz zu erforschen, zu steigern und optimal zu nutzen. Man redet über Brain Food, Mentalsport, Trainingskurse für EQ und IQ, Brain-Gymnastik, Pillen und andere Mittel, die das Gehirnpotential steigern. Man geht auch zurück zu den Griechen, die enorme Gedächtnisleistungen vollbrachten und lernt von ihnen.

Da Intelligenz stark mit der Fähigkeit, Wissen zu speichern und schnell abzurufen, verbunden ist und das Gedächtnis besser trainiert und gesteigert werden kann, als man auf andere Weise die Intelligenz beeinflussen könnte, steht die Memotechnik, das sind Praktiken, die die Gedächtnisleistung steigern, ganz oben. Das Prinzip der Memotechnik basiert darauf, z.B. Zahlen mit anderen Informationen, wie eindrucksvollen Bildern oder Erlebnissen zu verknüpfen, um damit die Gedächtniskapazität enorm zu steigern. Solange die Bilder sauber sind und die Phantasie nicht mit brutalen oder erotischen Bildern gefüllt wird (womit einige Gedächtniskünstler „erfolgreich“ ihren Sinn vergiften) ist gegen diese Methode eigentlich nichts einzuwenden. Aber viele Menschen zahlen für ihren Erfolg einen hohen Preis.

Welchen Stellenwert hat die Intelligenz in der Bibel? Auch in der Bibel ist viel über Weisheit, Klugheit und Erkenntnis zu finden. In Sprüche 8,30 ist die Weisheit Gottes Liebling und war von Anfang bei Ihm. Aber wenn die Bibel von Weisheit, Klugheit und Erkenntnis spricht, dann ist etwas ganz anderes gemeint als bloße Intelligenz oder überdurchschnittliche Gehirnleistung und ihre erfolgreiche Anwendung. Göttliche Weisheit ist immer mit göttlichen Eigenschaften wie Liebe, Glaube, Geduld, Sanftmut, Freundlichkeit, Treue und Keuschheit verknüpft. 1. Korinther 13,2 sagt, dass wenn ein Mensch alle Erkenntnis hätte, aber keine Liebe besäße, dann wäre er nichts.

Das Wort Tugend ist in unserer Leistungsgesellschaft ein verstaubter Begriff und die Frucht des Geistes (siehe Galater 5,22) wird oftmals als Schwäche bewertet und gilt als wenig erstrebenswert. Aber Gott wird diese vom heiligen Geist gewirkte Frucht im Leben eines jeden Menschen suchen und fordern. Die meisten Menschen sind unfruchtbare Bäume, denn ohne den Geist Gottes kann man auch nicht die Frucht des Geistes hevorbringen.

In unserer Gesellschaft sind viele Menschen so „intelligent“, dass sie nicht mehr an einen Gott glauben. Die Bibel nennt sie Toren. Wissenschaft, die Gott ausklammert, ist keine Wissenschaft, sondern Torheit. Die Helden der Vorzeit (siehe Hesekiel 32, 18ff, Jesaja 14,20ff, Ofbg 20,11-15) und die Menschen, die sich heute einen Namen machen, aber nicht nach Gott fragen und die deshalb in ihren Sünden sterben werden, sie alle werden vor dem Einen Gott stehen, Jesus Christus, und werden keine Rechtfertigung haben.

Ein Christ sollte alles, was er von Gott empfangen hat, sei es nun Intelligenz, Besitz, Zeit oder etwas anderes, mit ganzer Kraft zur Ehre Gottes einsetzen. Bist Du intelligenter als ein anderer, dann bleibe demütig und wenn Du weniger davon bekommen hast, dann wisse, dass das Wort Gottes den Fleißigen gute Verheissungen gibt. Es liegt erwiesenermaßen nicht alles an Begabung und Talent. Bei Gott zählen andere Werte, als was die Welt als begehrenswert ausgibt, und wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht von den einseitigen Werten unserer Gesellschaft beeinflussen und infiszieren lassen.

Wenn Du Dein Haus auf den Felsen Jesus Christus baust, dann bist Du weise. Unterschätze nie die Verheissungen Gottes. David bezeugt in Psalm 18,30 „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ Seinem Sohn Salomo wurde über Nacht große Weisheit von Gott gegeben. Paulus schreibt in Philipper 4,13 „Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.“

Als Menschen sind wir sehr begrenzt, aber mit Gott sind alle Dinge möglich. Ein Mensch kann sein Schicksal nicht bestimmen, egal wie begabt oder intelligent er ist, aber wenn er Gott gehorsam ist, dann kann er die Höhen erreichen, die Gott ihm in Seiner Gnade bestimmt hat. Wir sind so abhängig von der Gnade Gottes, aber nur ein weiser Mensch ist sich dessen bewußt. Göttliche Weisheit und Klugheit wird dir nicht unbedingt Anerkennung in dieser Welt bringen, aber ein kluger Mensch strebt danach, von Gott anerkannt zu werden, denn Prediger 8,5 sagt, dass des Weisen Herz um Zeit und Gericht weiß.

Das Buch Prediger, das sehr viel von Weisheit und Klugheit redet und praktischen Rat für unser Leben gibt, endet so: Prediger 12, 13-14: Lasst uns die Hauptsumme aller Lehren hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn das gilt für alle Menschen. Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse. (ra)


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