2. Könige 2, 9-14
Vers 9: „Und da sie hinüberkamen, sprach Elia
zu Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen
werde. Elisa sprach: Daß mir werde ein doppelter Teil
von deinem Geist gegeben.“
Das
Ereignis, von dem hier die Rede ist, fand in einer Zeit statt,
in der Israel seinen Gott nur aus Geschichten der Vergangenheit
kannte. Das Verhältnis der Israeliten zu Gott wurde auf
Traditionen und Bräuche reduziert. Die meisten von ihnen
taten Dinge, die dem Herrn gänzlich missfielen (z.B.
Götzendienst). Sie lebten wie die Heiden und nicht wie
das Volk Gottes!
Es waren nun schon beinahe 25 Jahre, in denen Elia treu dem
Herrn und dem Volk Gottes diente und es sollte die Zeit seines
Endes kommen. Unter all den Prophetenjüngern war Elisa
derjenige, der Elia am nächsten war und der keine Mühe
scheute, die Arbeit des Herrn zu verrichten. Elisa würde
ein würdiger Nachfolger sein, wie es die Geschichte uns
später zeigt.
Die Aufgabe war größer...
Elisa verstand seine Aufgabe und wusste, dass seine Fähigkeiten
und Kraft nicht ausreichen würden, einer ganzen Nation
den Willen Gottes näherzubringen und sie von ihren bösen
Werken zu bekehren. Er würde sehr bald den Platz seines
Lehrers einnehmen und erkannte, dass er die Salbung Gottes
brauchte. Das Übliche und Gewöhnliche würde
für seine bevorstehende Aufgabe nicht ausreichen. Es
war Zeit für mehr! So kam es, dass Elisa auf die Frage
seines Lehrers, was er ihm noch tun könne, antwortete:
„Ich möchte das doppelte Maß deiner Salbung
bekommen.“
Ihre geistlichen Augen und Ohren sind offen
Während beide am Laufen sind, spüren sie einen besonderen
Wind aufkommen; sie hören sein Brausen und sehen den
feurigen Wagen, auf dem Elia gen Himmel fährt. Es geschieht
alles sehr schnell, aber Elia kann noch seinen treuen Freund
hören, der ihm hinterherruft. Als eine letzte freundschaftliche
Geste wirft er seinen Mantel hinunter. Elia wusste, dass sein
bester Freund mehr als er selbst erreichen würde. Elisa
ergriff den Mantel und sah seinen Mentor ein letztes Mal.
Er würde seinen alten Mantel nicht mehr benötigen,
weshalb er ihn in zwei Teile zerriss.
Der Mantel des Propheten
Auf dem Rückweg nahm Elisa den Mantel, schlug auf das
Wasser des Jordans, sodass dieser sich teilte und ging trockenen
Fußes auf die andere Seite. Das war seine Bestätigung!
Der Schüler wurde zum Meister und er bekam einen viel
tieferen geistlichen Einblick als zuvor. Die Situation in
Israel war zu Beginn unverändert, aber seine Bekanntheit
wurde größer und größer. Er tat doppelt
so viele Wunder als sein Mentor und diente doppelt so lange
wie Elia.
Es war Zeit für mehr...
Hätte Elisa nicht um die doppelte Salbung gebeten, dann
wären nur halb so viele Wunder geschehen und sein Einfluss
auf die Menschen wäre nicht so groß gewesen. Niemand
hätte die anderen Wunder aufgeschrieben. Seine Gebete
wurden erhört und die übernatürliche Kraft
Gottes manifestierte sich durch Elisa. Für uns heute
stellt sich allerdings folgende Frage: „Was wird über
uns geschrieben?“ ...es ist Zeit für mehr! rw